Das Geesthacht-Protokoll

Wie aus dem Administrator eine ungewollte Kontrollinstanz wurde. Eine Chronik über Framing, Widerstand und Transparenz.

Erdal Torun Autor & Administrator
15 Min. Lesezeit
Erdal Torun – Das Geesthacht-Protokoll
Erdal Torun — Kommunales Korrektiv, Geesthacht 2024

Es wurde viel erzählt, um Macht zu sichern und von eigenem Versagen abzulenken. Einige streuten Narrative, weil sie ihre Deutungshoheit in Gefahr sahen. Doch damit ist jetzt Schluss. Wer wissen will, was wirklich war, ungeschönt und belegt, der liest diesen Artikel.

Wer nachvollziehen will, warum ich in Geesthacht so beharrlich bestimmte Themen besetze, darf nicht bei der Kritik ansetzen. Der Ursprung liegt in meiner Verbundenheit zu dieser Stadt.

Aus dieser engen Bindung erwächst die Verantwortung, Missstände nicht einfach hinzunehmen, sondern aktiv an Lösungen für unsere Gemeinschaft zu arbeiten. Ich startete nicht als Rebell oder Oppositioneller. Ich startete als Bürger, der eine Lücke füllte, die Verwaltung und Politik offengelassen hatten. Ich schuf einen digitalen Raum, einen „Marktplatz des echten Lebens", getragen von der simplen Idee, dass Kommunikation das Fundament einer Gemeinschaft ist.

Meine Rolle war ursprünglich die des klassischen Administrators. Infrastruktur bereitstellen, moderieren, Menschen verbinden. Es liegt in der Natur städtischer Kommunikation, Erfolge zu betonen und Probleme in diplomatische PR-Floskeln zu kleiden. Das ist in Geesthacht nicht anders als in anderen Städten. Doch wer eine Plattform für tausende Bürger betreibt, sieht zwangsläufig das, was hinter dieser Fassade geschieht. Während die offiziellen Kanäle der Stadt oft ein glattes Bild zeichnen, erreicht mich die ungefilterte Realität: die echten Sorgen, die Wut und die Ungerechtigkeiten, die in keinem Hochglanzbericht Platz finden.

Kommunalpolitik in Geesthacht trat einst mit dem Anspruch an, näher am Menschen zu sein als „die da oben". Doch heute erleben wir eine zunehmende Abschottung. Dass ich mich vom Administrator zum „Kommunalen Korrektiv" entwickelt habe, war keine Karriereplanung, sondern eine Frage des Gewissens. Wenn Bürger ignoriert und Fakten bis zur Unkenntlichkeit verbogen werden, gibt es kein neutrales Zuschauen mehr. Man kann den Status quo verwalten oder aufstehen und zur Zielscheibe werden. Ich habe mich dazu entschieden, diese Position als Zielscheibe einzunehmen, nicht aus persönlichem Interesse an der Konfrontation, sondern weil in Geesthacht ein Vakuum entstanden ist. Wo die kritische Auseinandersetzung fehlt, muss jemand den Anfang machen, auch wenn er dadurch zur Zielscheibe wird.

Das Mandat der Vernunft und der Kampf gegen die Spaltung (2019–2023)

Das Fundament für die spätere Eskalation wurde bereits 2019 gelegt. Als ich die Verantwortung für die größte Facebook Gruppe der Stadt von meinem Vorgänger Kai G. übernahm, fand ich ein digitales Trümmerfeld vor. Die Gruppe war ein Sammelbecken für ungebremsten Hass geworden. Holocaust Leugnungen standen neben wüsten Beschimpfungen, die Atmosphäre war toxisch und oftmals strafrechtlich weit über dem, was sagbar war.

Ich handelte nicht autokratisch, sondern basisdemokratisch. Ich ließ die damals rund 5.500 Mitglieder in einer offenen Umfrage abstimmen: Wollen wir solche politischen Grabenkämpfe, die die Gemeinschaft zerstören, weil sie auf eine Art ausgetragen werden, die schlicht unmenschlich ist? Das Ergebnis war eindeutig: 97 Prozent der Mitglieder stimmten dagegen. Sie wollten Frieden, Austausch und Nachbarschaftshilfe, keine politisch ideologischen Schützengräben.

Dies war der Auftrag für eine rigorose Aufräumarbeit, die ich in wochenlanger Kleinstarbeit durchführte. Ich entfernte Rechtsextreme, AfD Anhänger und Holocaust Leugner sowie Linke, die dem Grünen und dem Lager der SPD zugehörten und ein teils ähnliches Vokabular an den Tag legten, konsequent. Die Gruppe wurde ein Stück weit „AfD frei", nicht aus politischer Zensur, sondern weil die Inhalte der Personen damals in großen Teilen, und damit meine ich explizit nicht jeden AfD Anhänger, menschenverachtend waren. Das Gleiche galt für die Anhänger der vermeintlich „Guten", die teils durch eine andere Wortwahl mehr Hass, Hetze und Spaltung in der Gesellschaft forcierten, als ich es je gesehen habe.

Ich musste also schnell erkennen, dass Toxizität kein Alleinstellungsmerkmal der Rechten ist. Akteure aus dem links grünen Spektrum, die sich selbst oft als moralische Elite verstanden, agierten mit denselben Methoden der Zersetzung. Es wurde stigmatisiert, ausgegrenzt und geframt. Ich sah, dass diese Art der „Diskussion" die Spaltung der Gesellschaft nicht heilte, sondern maximal vertiefte, eigentlich bis heute.

Der intellektuelle Bruch: Das Verbot des »Prophylaktischen Framings«

Einen entscheidenden Schritt weiter ging ich am 11. November 2023. Ich erkannte, dass das bloße Löschen von Beleidigungen nicht ausreichte. Das eigentliche Gift lag in der Sprache selbst, in Begriffen, die genutzt wurden, um Menschen moralisch zu vernichten, bevor sie überhaupt ein Argument vorbringen konnten.

In einem wegweisenden Post an die Community demaskierte ich diese Mechanismen als „überholte Strategie manipulativer Rhetorik". Ich verbot Begriffe wie „Covidiot, Querdenker, Schwurbler, Verschwörungstheoretiker, Coronaleugner, Nazi, Russland Troll" explizit.

Ich schrieb dazu: „Wer diese Narrative hinterfragt, riskiert soziale und politische Isolation, was dazu geführt hat, dass es in dieser Gruppe und im Privatleben vieler etwas stiller geworden ist oder sich Menschen zurückgezogen haben."

Ich stellte mich schützend vor jene, die in den Jahren der Pandemie ausgegrenzt wurden. Ich erkannte, dass die Stigmatisierung von Menschen, die Maßnahmen wie Masken oder Impfungen kritisch hinterfragten (ohne Corona zu leugnen), tiefe Wunden hinterlassen hatte. Ich beschrieb die Folgen dieser Ausgrenzung in aller Deutlichkeit: „psychosomatische Beschwerden und negative Gefühle wie Enttäuschung, Verletzung, Einsamkeit und Angst". Diese Emotionen seien der Nährboden für gesellschaftliche Spaltung und Hass.

Mit der Erweiterung der Gruppenregeln (Punkt 4) setzte ich ein klares Zeichen für eine neue Debattenkultur: „Anstatt einen Menschen, der aufgrund von Ängsten, Unsicherheiten und einer anderen Meinung sprechen möchte, verächtlich zu machen, zu stigmatisieren und auszugrenzen, halte ich es in einer Demokratie für sinnvoller, Menschen abzuholen und wieder auf Augenhöhe miteinander zu kommunizieren."

Der wahre Konflikt: Kontrollverlust der Politik

Genau dieser Schritt im November 2023 war das eigentliche Problem für das politische Establishment in Geesthacht. Es war nicht die „Ruhe", die sie störte, es war der Machtverlust. Ich hatte ihnen ihre wirkungsvollsten Waffen genommen: die Stigmatisierungswörter. Sie konnten Kritiker nun nicht mehr einfach mit einem Schlagwort wie „Schwurbler" oder „Rechts" mundtot machen, sondern mussten sich auf Augenhöhe auseinandersetzen, was einigen, insbesondere der SPD, bis heute sehr schwerfällt.

Da ich zudem keinen Unterschied zwischen einfachen Bürgern und Mandatsträgern machte, flogen auch politisch aktive Personen aus der Gruppe, wenn sie sich nicht an diese neuen Regeln des Respekts hielten. Das war der eigentliche Dorn im Auge des Rathauses und einiger Parteien: Sie konnten auf der größten Plattform der Stadt nicht mehr schalten und walten, wie sie wollten. Ihnen wurde der Raum entzogen, in dem sie zuvor ungehindert agieren konnten, weil sie schlichtweg keine Regeln des Anstands kannten oder akzeptierten. Sie waren es gewohnt, den Diskurs durch Framing zu dominieren; nun wurden sie wie jeder andere Bürger behandelt. Dieser Verlust an Privilegien schürte eine Wut, die sich nur zwei Monate später entladen sollte.

Der organisierte Widerstand (Winter 2023/2024)

Das Verbot des „prophylaktischen Framings" im November 2023 blieb nicht ohne Folgen. Es formierte sich Widerstand, nicht aus der breiten Bürgerschaft, sondern aus einer kleinen, aber extrem aggressiven Gruppe von etwa 50 bis 70 Personen. Diese Akteure, oft politisch aktiv oder der lokalen Politik sehr nahestehend, agierten nicht zufällig. Sie traten in ihrem „gebündelten Sein" auf, um maßgeblich Druck auszuüben und Themen in der Gruppe gezielt in bestimmte Richtungen zu lenken. Es war ein koordiniertes Vorgehen, teils perfide und in Absprache, um die Deutungshoheit zurückzugewinnen.

Die »Trotzkinder« und die Gefahr für die Plattform

Trotz jahrelanger Absprachen und der klaren Regel, politische Themen auszuklammern, provozierten diese Personen bewusst. Ich beschrieb ihr Verhalten treffend als das von „kleinen Trotzkindern, denen man den Lolli verbietet". Sie setzten immer wieder politische Inhalte ab, ignorierten Hinweise und riskierten mit voller Absicht nicht nur ihren Rauswurf, sondern die Existenz der gesamten Gruppe. Denn die Gefahr war real: Durch diese bewussten Regelverstöße drohte die Schließung der Gruppe durch Facebook selbst (Verstöße gegen Community Standards). Diese kleine Clique riskierte lieber die Zerstörung des digitalen Marktplatzes für alle Geesthachter, als auf ihre ideologische Spielwiese zu verzichten.

Das Paradoxon: Der »Nazi« mit Migrationshintergrund

Die Eskalation erreichte in der ersten Januarwoche 2024 ihren grotesken Höhepunkt. Weil ich, ein in Geesthacht geborener Mann mit Migrationshintergrund, es wagte, Kritik am links-grünen Zeitgeist zu üben und deren Methoden des Framings zu unterbinden, wurde ich von dieser kleinen Gruppe zum Feindbild erklärt. In einer völlig absurden Täter-Opfer-Umkehr stempelten sie mich zum „Rechtsradikalen", „Nazi" und „AfD-Fan". Nichts davon entsprach der Wahrheit. Ich kritisierte lediglich die Spaltung der Gesellschaft durch Identitätspolitik und Moralisierung. Doch für die ideologisch Verblendeten reichte das aus, um das Feindbild zu zementieren: „Erdal musste nun wer sein, weil er etwas anderes sagt als wir!"

Vom digitalen Hass zum analogen Terror

Am 9. Januar 2024 veröffentlichte ich ein Video-Statement, in dem ich diese Mechanismen offenlegte und klarstellte, woher der Wind weht. Die Reaktion der „Gegenseite" war keine Diskussion, sondern Terror, der in mein Privatleben eingriff. Nach dem Statement begann eine Kampagne der Einschüchterung:

  • Drohbriefe landeten in meinem privaten Briefkasten.
  • Nächtliche Anrufe ohne Nummer.
  • Es wurde nachts an der Haustür geklingelt, ein klarer Versuch, Angst in meinem eigenen Zuhause zu verbreiten.
  • Meine private Telefonnummer wurde in Verteiler eingetragen, um Spam-Anrufe zu provozieren.

Es war grenzüberschreitend. Diejenigen, die sich öffentlich als tolerant und demokratisch inszenierten, zeigten nun ihr wahres Gesicht. Ich ließ mich nicht brechen. Rund 68 Personen, meist politisch aktiv oder der Politik sehr nahestehend, flogen in dieser Zeit aus der Gruppe. Nicht wegen ihrer Meinung, sondern wegen ihres Verhaltens: Beleidigungen, Doxxing und die Weigerung, Regeln zu akzeptieren.

Der Dolchstoß aus dem Rathaus: Die Neujahrsansprache

Mitten in diese bedrohliche Lage hinein sendete der Bürgermeister von Geesthacht am 14. Januar 2024 ein verheerendes Signal. In seiner Neujahrsansprache vor der Stadtgesellschaft ließ er einen Satz fallen, der für Außenstehende harmlos klang, für Eingeweihte aber eine klare Attacke war:

„Auch im digitalen Raum sollte man miteinander sprechen, anstatt zu löschen, bevor man selber gelöscht wird."

Der Bürgermeister übernahm damit unreflektiert das Narrativ derjenigen, die wegen Regelverstößen aus der Gruppe geflogen waren. Er framte die notwendige Moderation als willkürlichen Ausschluss. Er ignorierte völlig, dass ich als Administrator rechtlich verpflichtet bin (Digital Services Act), Hasskommentare, wenn sie strafrechtlich relevant sind, zu löschen, um die Gruppe vor der Schließung durch Facebook zu bewahren. Er solidarisierte sich faktisch, bewusst oder unbewusst, mit den Tätern, die mich privat terrorisierten.

Ich reagierte besonnen. Ich schrieb dem Bürgermeister eine detaillierte E-Mail. Ich erklärte die Rechtslage, die massive Belastung durch die Administration und die Hintergründe der Angriffe. Ich stellte klar, dass Facebooks Algorithmen oft automatisch löschen („Mobbing und Belästigung") und dass ein Admin handeln muss. Ich bot Transparenz und Dialog an und schrieb: „Ich hätte mir gewünscht, wenn's denn schon so wichtig ist, man vorher darüber gesprochen hätte."

Die Antwort des Rathauses? Schweigen. Es gab keine Reaktion. Auf telefonische Nachfragen hieß es lapidar aus dem Vorzimmer: „Es gäbe nichts zu besprechen." Dieser Moment war der endgültige Beweis für das Versagen der politischen Kultur in Geesthacht.

E-Mail an den Bürgermeister Originaldokument · PDF · 14. Jan 2024
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Dirk Schulz: Der mediale Sumpf — Wenn die Presse zur Waffe wird

In das Vakuum, das durch das Schweigen des Bürgermeisters entstanden war, stieß ein Akteur, dessen eigentliche Aufgabe die Kontrolle der Mächtigen wäre: die lokale Presse. Doch statt journalistischer Sorgfalt walten zu lassen, machte sich Dirk Schulz von der Lauenburgischen Landeszeitung (Hamburger Abendblatt) zum Handlanger der politischen Stimmungsmache. Er berichtete nicht objektiv, er führte eine Kampagne, um mich als Kritiker gesellschaftlich auszugrenzen.

Die Analyse seiner Artikel zwischen Mai und Juni 2024 offenbart ein perfides Muster aus Weglassen, Framing und Täter-Opfer-Umkehr.

1. Die Täter-Opfer-Umkehr bei Gewalt

Den moralischen Tiefpunkt erreichte Dirk Schulz in seiner Berichterstattung über den Eklat im Rathaus am 17. Mai 2024. Fakt ist: Marco Woehr, CDU-Politiker, bedrohte mich am Rande einer Sitzung massiv („Komm raus. Wir klären das", „Ich hau dir auf die Schnauze"). In einem funktionierenden Rechtsstaat müsste die Presse aufschreien: Ein Politiker droht einem Bürger im Rathaus Gewalt an!

Doch Schulz tat das Gegenteil. In seinem Artikel vom 20. Mai 2024 mit der reißerischen Überschrift „QUEER-FEINDLICH?" framte er den Vorfall nicht als Gewaltandrohung, sondern als Folge einer „Kampagne".

  • Er zitiert Ali Demirhan (Grüne), der den Polizeieinsatz als „überflüssig" bezeichnete – eine Verhöhnung meines Bedrohungsgefühls.
  • Er lässt Marco Woehr unwidersprochen behaupten, ich sei „völlig auf sie fixiert" und wolle Jessica ruinieren.
  • Er reduziert meine fundierte Sorge um das Kindeswohl (Vermischung von Amt, Tagespflege und Sexualität) auf „Queer-Feindlichkeit".

2. Die Lüge durch Weglassen

Um mich als obsessiven Hasser darzustellen, musste Schulz die Wahrheit verschweigen. In seinem Artikel „Mobbing bei Facebook" behauptete er, ich greife Woehr wegen ihres „Lebenswandels" und privater „Filmchen" an. Die bewusste Lüge: Schulz verschwieg den Lesern das zentrale Faktum, das ich recherchiert hatte: Dass diese „Filmchen" und sexuellen Angebote potenziell am Ort der Kindertagespflege stattfanden. Indem Schulz diesen Kontext (Kinderschutz) wegließ, wurde aus berechtigter Kritik plötzlich „Mobbing" und „Hass gegen Trans-Menschen".

Der Angriff auf die Familie: Kollateralschaden Kind

Was das Handeln von Dirk Schulz jedoch endgültig unverzeihlich macht, ist die völlige Skrupellosigkeit gegenüber meinen Angehörigen. Geesthacht ist keine anonyme Metropole, es ist eine Kleinstadt. Hier haben Schlagzeilen Konsequenzen, die weit über das Internet hinausreichen, bis auf den Schulhof und in den Sportverein.

Schulz konstruierte in seinen Artikeln gezielt ein Zerrbild. Er labelte mich in Schlagzeilen als „Queerfeind" (20.05.), beschrieb mich als „Mobber" (13.05.) und „Zensor" (05.06.). Den moralischen Tiefpunkt erreichte er jedoch am 05.06.: Er druckte das Zitat eines anonymen Nutzers ab, eine Phantom-Quelle –, um meine Texte in die Nähe eines „AfD-Parteitags" zu rücken.

Diese Begriffe sind in einer aufgeklärten Gesellschaft soziale Todesurteile. Wenn ein Lokalredakteur einen Familienvater systematisch mit solchen Stigmata belegt, dann gefährdet er damit nicht nur den Ruf des Erwachsenen. Er nimmt billigend in Kauf, dass dieses vergiftete Stigma auf das eigene Kind überspringt.

Ich habe dieses Framing nicht nur kritisiert, ich bin juristisch dagegen vorgegangen. Hier ist die Aufforderung, die dem Verlag und Dirk Schulz vorlag:

Unterlassungsaufforderung Rechtliches Dokument an Verlag & Dirk Schulz
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Die Ökonomie der Missgunst: Angst vor dem digitalen Bedeutungsverlust

Man darf bei aller Kritik die ökonomische Realität nicht ausblenden. Klassische Tageszeitungen kämpfen mit dramatisch sinkenden Auflagen. In diesem Vakuum ist eine Facebook-Gruppe, die tausende Bürger direkt und unzensiert erreicht, für einen Lokalverlag eine handfeste wirtschaftliche Bedrohung. Dass Dirk Schulz so aggressiv schießt, ist eine logische Abwehrreaktion eines alten Systems gegen die digitale Realität.

Die politische Wagenburg: Die Pressemitteilung der Grünen

Dass Dirk Schulz nicht im luftleeren Raum agierte, beweist eine Pressemitteilung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Diese Stellungnahme zum Eklat vom 17. Mai ist ein Dokument der politischen Anmaßung.

  • Das „Ja, aber..." zur Gewalt: Zwar fordert die Fraktion pro forma eine Entschuldigung für die Gewaltandrohung. Doch sofort folgt das „Aber": Man verurteile die Kritik an Jessica Woehr. Hier wird physische Gewaltandrohung mit digitaler Kritik an einer Amtsträgerin gleichgesetzt.
  • Die demokratische Anmaßung: Der skandalöse Satz: „Deshalb fordern wir Herrn Erdal Torun auf, seine Aufgaben als Administrator [...] bis auf Weiteres ruhen zu lassen." Hier fordert eine Ratsfraktion einen privaten Bürger auf, sein Eigentum aufzugeben, nur weil er unbequem geworden ist. Das zeigt ein totalitäres Verständnis von Politik.

Der inhaltliche Kern: Wissenschaft statt Ideologie

Vor einigen Monaten warnte ich davor, Ideologien ungeprüft in unsere Schulen und Kitas zu lassen. Mein Fokus lag auf dem Kinderschutz. Die Reaktion der Gegenseite: Kampfbegriffe statt Argumente.

Doch im Sommer 2024 bestätigten Fachgesellschaften meine Vorsicht:

  • DGPPN: Ablehnung „geschlechtsaffirmativer" Leitlinien-Entwürfe.
  • SGKJPP & ESCAP: Forderung nach Einhaltung wissenschaftlicher Standards.
  • American College of Pediatricians: Stopp medizinischer Eingriffe bei Kindern.

Es ging nie um Hass, sondern um fachliche Expertise gegen ideologische Verblendung. Jedes Kind verdient beste fachliche Hilfe, keine Bestätigung durch Laien.

Der Zusammenbruch der Lügen (Sommer 2024)

Das Kartenhaus aus Framing stürzte im Sommer 2024 ein. Ich deckte auf, dass Jessica Woehr auf Erotik Markt sexuelle Dienstleistungen anbot („BJ 80€") – und zwar an dem Ort, an dem sie als Tagesmutter Kinder betreute. Damit war bewiesen: Es ging um Kinderschutz, nicht um Mobbing.

Der Sieg des Rechtsstaats

Trotz Einschüchterungsversuchen (Hausbesuch des Anwalts am Sonntag) unterschrieb ich keine Unterlassungserklärung. Die Staatsanwaltschaft stellte fest: Ein strafrechtlich relevantes Verhalten meinerseits war „nicht erkennbar". Meine Kritik war berechtigt, meine Enthüllungen wahr. Die Bestätigung der Staatsanwaltschaft dokumentiert meine Unschuld.

Einstellung Staatsanwaltschaft Offizielle Bestätigung der Unschuld
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Die Instanz: Das Ende der Gemütlichkeit

Ich wurde zur Instanz, weil Institutionen versagten. Ich bin das Produkt des Schweigens eines Bürgermeisters, der Manipulation eines Journalisten und der Überheblichkeit von Parteien. Ich bin das kommunale Korrektiv, der Sand im Getriebe derer, die es sich im Hinterzimmer bequem gemacht haben.

Ich habe gezeigt: Wer sich mit der Wahrheit bewaffnet, kann das Lügengebäude zum Einsturz bringen. Kritik ist kein Mobbing, Wahrheit ist keine Hetze. Zivilcourage ist kein Verbrechen.

Die Konsequenz: Ein Weg, der nicht mehr wartet

Die Zeit des Bittens und Wartens ist vorbei. Ich werde künftig weder um Erlaubnis fragen, die Wahrheit auszusprechen, noch meine Handlungsfähigkeit von der Zustimmung eines Bürgermeisters abhängig machen. Der Weg führt nach vorn – zu einer Stadt, in der Ehrlichkeit mehr zählt als ein Parteibuch.

Der Zug wartet nicht mehr. Ich drehe mich nicht mehr um, um jene zu überzeugen, die gar nicht überzeugt werden wollen.

Das Licht scheint nun überallhin. Nicht, weil ich einen Feldzug führe, sondern weil ich eine Kultur etabliert habe, in der das Wegschauen keine Option mehr ist.