Wenn du verstehen willst, warum sich Bürger in diesem Land, und speziell hier in Geesthacht, zunehmend von den etablierten Parteien abwenden, warum die Umfragewerte der Ränder wie der AfD steigen und das Vertrauen in die Demokratie erodiert, dann musstest du im Januar 2026 nur einen Blick in mein E-Mail-Postfach werfen.
Was sich dort zwischen dem 14. und dem 30. Januar abspielte, war kein bloßer verwaltungstechnischer Vorgang über Terminabsprachen. Es war ein Offenbarungseid. Ein Lehrstück über politische Instinktlosigkeit, über die Arroganz der Macht und über die nackte, kaum verhohlene Angst vor dem Kontrollverlust.
Wir müssen diese Ereignisse sezieren, Schicht für Schicht, damit du die Mechanik verstehst, mit der im Geesthachter Rathaus Politik simuliert und echte Bürgerbeteiligung verhindert wird.
1. Die Ausgangslage: Eine beinahe naive Einfachheit
Die Geschichte beginnt am 14. Januar 2026. Ein Bürger (ich), der in der Stadtgesellschaft gut vernetzt ist und eine relevante Reichweite besitzt, bietet den politischen Verantwortlichen einen „Runden Tisch“ an. Die Parameter waren simpel: Fünf Personen – Bürgermeister Olaf Schulze, Frau Ischdonat (CDU), Herr Demirhan (Grüne), Frau Burmeister (SPD) und ich. Der Rest der ursprünglich Angeschriebenen hielt es nicht einmal für nötig, auf die E-Mail zu antworten.
Ein Raum, Tür zu, Karten auf den Tisch. Das Ziel war pragmatisch. Die toxische Atmosphäre der letzten Jahre, geprägt von Gerüchten und Flurfunk, sollte durch ein klärendes Gespräch beendet werden. Ich habe den Fraktionsspitzen dazu einen direkten Austausch angeboten.
Ein einfacher "Runder Tisch" mit den Spitzen von SPD, CDU, Grünen und dem Bürgermeister, um die toxische Atmosphäre zu beenden.
Die Reaktion ist bezeichnend. Statt Dialogbereitschaft herrscht plötzlich kollektiver Gedächtnisverlust. Man fordert schriftliche Konkretisierungen zu Konflikten, die allen Beteiligten bekannt sind und über die im Hintergrund längst gesprochen wird. Während der Flurfunk weitergeht, stellt man sich offiziell ahnungslos. Es ist der absurdeste Schriftwechsel, den ich bisher geführt habe.
Du musst dir die Absurdität auf die Zunge zergehen lassen: Parteien, die in jedem Wahlprogramm das Wort „Bürgernähe“ wie eine Monstranz vor sich hertragen, die Flyer drucken, auf denen sie „Zuhören“ und „Dialog“ versprechen, erstarren vor der simpelsten aller Aufgaben: Sich mit einer einzigen Person gemeinsam an einen Tisch zu setzen. Sie scheitern nicht an Terminkalendern. Sie scheitern am Willen. Und sie scheitern an ihrer eigenen Panik. Denn wer sich fragt, warum die Wähler scharenweise davonlaufen, der findet die Antwort genau hier: In der Unfähigkeit, auf Augenhöhe zu kommunizieren.
Statt dieses Angebot als einfache Chance zu begreifen, Demokratie lebendig zu gestalten, verfiel das politische Geesthacht in eine Schockstarre, die in einer koordinierten Abwehrschlacht endete. Doch bevor wir die politische Dimension betrachten, müssen wir den administrativen Werkzeugkasten öffnen, mit dem diese Abwehr organisiert wurde.
2. Das Narrativ der Manipulation: Die Lüge von 2024
Der E-Mail-Wechsel offenbart eine perfide Rhetorik der Verwaltungsspitze. Bürgermeister Olaf Schulze wählte in seiner Antwort vom 19. Januar eine Taktik, die man als „aggressiv-freundlich“ bezeichnen muss. Der Ton ist vordergründig höflich, verbindlich, staatstragend. Doch im Subtext wird eine manipulative Falle aufgebaut, die dazu dient, die Realität umzudeuten.
Schulze behauptete in diesem Schreiben allen Ernstes, er habe mir bereits im Januar 2024 über sein Vorzimmer ein Gesprächsangebot gemacht, auf das ich nie zurückgekommen sei. Lass uns diesen Punkt kurz wirken lassen, denn er ist symptomatisch für den Umgang mit Kritikern. Der Verwaltungschef konstruiert eine Erzählung, in der er der stets gesprächsbereite Landesvater ist und der Bürger derjenige, der die ausgestreckte Hand ignoriert.
Das Problem an dieser Geschichte: Sie ist unwahr.
Ich habe meine Unterlagen geprüft. Ich habe meine lückenlos geführten Anruflisten von damals Zeile für Zeile durchsucht. Ein solches Angebot hat mich nie erreicht. Im Gegenteil: Als ich Anfang 2024 nach der Neujahrsansprache proaktiv das Gespräch suchte, wurde mir aus dem Vorzimmer beschieden, es gäbe „nichts zu besprechen“. Auf meine E-Mails hat nie jemand reagiert, wobei der Bürgermeister klare Worte auf der Neujahrsansprache 2024 gefunden hat. Erreicht hat er jeden in seinem Umfeld, nur mich kurioserweise nicht.
Dass der Bürgermeister nun, zwei Jahre später, eine nie erfolgte Einladung als historischen Fakt präsentiert, dient nur einem Zweck: Der Delegitimierung. Es ist der Versuch, das eigene Weltbild, „Die Verwaltung macht keine Fehler“, gegen die Realität zu verteidigen. Wenn der Bürger sagt „Ihr habt nicht mit mir geredet“, und die Verwaltung sagt „Doch, haben wir, du hast nur nicht zugehört“, dann steht Aussage gegen Aussage. Und der Bürgermeister setzt darauf, dass sein Amt ihm mehr Glaubwürdigkeit verleiht als mir. Das ist Gaslighting auf kommunaler Ebene: Dem Gegenüber wird die eigene Wahrnehmung der Realität abgesprochen, um ihn zu destabilisieren.
3. Ablenkung als Strategie: Der Angriff auf den Boten
Diese manipulative Grundhaltung setzte sich in der finalen Absage vom 29. Januar fort. Nachdem ich klargestellt hatte, dass mich die Einladung von 2024 nie erreicht hatte und dass Einzelgespräche (ich nannte es das „Fahrrad“) keine Lösung für das strukturelle Problem (den „Bus“) sind, wechselte der Bürgermeister die Ebene.
Statt auf das Sachargument einzugehen, nämlich dass ein Runder Tisch effizienter, transparenter und fairer ist als zig Einzelgespräche, griff er meine Kommunikation an. Er warf mir vor, ich hätte auf Social Media sein aktuelles (Einzel-)Gesprächsangebot verschwiegen. Er schrieb fordernd: „Ich erwarte [...], dass Sie diesen aktuellen Stand korrekt wiedergeben.“
Hier zeigt sich das ganze Elend der politischen Kommunikation in unserer Stadt. Wenn einem die Argumente in der Sache ausgehen, wird über den Stil gestritten. Der Bürgermeister versucht, mich in die Defensive zu drängen, indem er mir Unaufrichtigkeit vorwirft. Dabei lenkt er bewusst davon ab, dass sein Angebot am eigentlichen Bedarf vorbeiging. Es ist ein klassisches Ablenkungsmanöver: Wir reden nicht mehr darüber, dass er den Runden Tisch blockiert, sondern wir reden darüber, ob Erdal Torun auf Facebook auch brav erwähnt hat, dass er im Vorzimmer einen Termin haben dürfte. Damit verteidigt er sein Hoheitsgebiet. Er signalisiert: „Ich bestimme die Regeln der Kommunikation. Ich bestimme, was ein „gutes“ Angebot ist. Und wer das nicht würdigt, ist kein seriöser Gesprächspartner.“
4. Die Mathematik der Macht und die Koalition der Angsthasen
Nachdem wir die rhetorischen Nebelkerzen des Bürgermeisters gelüftet haben, müssen wir uns der politischen Substanz widmen. Oder besser gesagt: Dem Fehlen derselben. Die Begründung für die Absage des Runden Tisches lautete schlicht: „Keine Mehrheit“.
Das ist, mit Verlaub, eine politische Bankrotterklärung. Schauen wir uns diese „fehlende Mehrheit“ und die Akteure dahinter einmal genau an, und zwar ohne jemanden heiligzusprechen. Denn die Analyse der Reaktionen zeigt, dass wir es nicht mit einer Mehrheit gegen das Gespräch zu tun hatten, sondern mit einer Mehrheit, die durch administrative Winkelzüge unsichtbar gemacht wurde.
Die Rechnungsprüfung:
- Die Grünen: Ali Demirhan reagierte offen und menschlich. Er wollte sich nicht verschließen. (1 Stimme dafür).
- Die CDU: Christin Ischdonat erklärte schriftlich, man würde sich einer Mehrheit „nicht verschließen“. Das ist kein Nein, das ist ein konditioniertes Ja. (1 Stimme bedingt dafür).
- Der Initiator: Ich stand bereit. (1 Stimme dafür).
Wer rechnen kann, kommt auf drei Parteien an einem Tisch mit fünf Stühlen. Eine faktische Mehrheit. Dass der Bürgermeister behauptet, diese Mehrheit existiere nicht, beweist, dass er die abwartende Haltung der CDU aktiv als „Nein“ gewertet hat, um sein eigenes „Nein“ und das der SPD darin zu verstecken. Er hat die Mehrheit nicht moderiert, er hat sie wegdefiniert. Er hat sich nicht als Ermöglicher betätigt, sondern als Verhinderer. Weil er das Ergebnis, mich auf Augenhöhe am Tisch, nicht wollte.
Die SPD: Arroganz als Programm
Die Rolle der SPD in diesem Schauspiel ist besonders bezeichnend. Angeführt von Frau Burmeister, reagierte die Fraktion mit einer Attitüde, die man nur als herrschaftlich bezeichnen kann. Ein offener Brief sei „ungewöhnlich“, man wolle konkrete Themen, man verwehre sich gegen Gerüchte.
Das ist der klassische Tonfall einer Partei, die vergessen hat, dass sie Diener des Volkes ist und nicht dessen Erzieher. Die SPD signalisierte unmissverständlich: Wer nicht den korrekten bürokratischen Dienstweg einhält und brav im Vorzimmer wartet, wird nicht gehört. Diese Arroganz ist der Treibstoff für Politikverdrossenheit. Wer den Bürger wie einen Bittsteller behandelt, der erst das richtige Formular ausfüllen muss, bevor man ihm zuhört, muss sich nicht wundern, wenn dieser Bürger sich Alternativen sucht – so radikal diese auch sein mögen. Die SPD verwaltet ihren Machtanspruch, statt ihn durch Dialog zu legitimieren.
5. Die Strategie der Isolation und der Kampf um das Rathaus
Warum diese massive Abwehrfront? Warum dieser enorme Aufwand an Rhetorik, an verdrehten Tatsachen über das Jahr 2024 und an mathematischen Verzerrungen? Warum ist es schier unmöglich, fünf erwachsene Menschen an einen Tisch zu bekommen?
Die Antwort liegt nicht in der Vergangenheit, sie liegt in der Zukunft. Es ist der Elefant im Raum, über den niemand spricht, aber an den alle denken: Die nächste Bürgermeisterwahl 2027.
Der Überlebensinstinkt der Apparatschiks
Jeder im Rathaus weiß, dass die Karten neu gemischt werden. Die SPD wird ihren Bürgermeister verteidigen wollen, CDU, Grüne und vielleicht auch andere werden neben der BfG ihren Kandidaten ins Rennen schicken. Und sie alle scannen das Spielfeld nach potenziellen Gegnern. Dass ich mich gedanklich, wenn auch unter Vorbehalt, mit einer Kandidatur beschäftige, ist in Geesthacht kein Geheimnis mehr. Und genau hier greift der politische Überlebensinstinkt der etablierten Kräfte.
Die Strategie ist so durchschaubar wie perfide: Man muss den härtesten, unabhängigsten Gegner isolieren. Wenn man Erdal Torun nicht einbinden kann, muss man ihn ausgrenzen. Man darf ihm keine Bühne geben, schon gar nicht einen „Runden Tisch“ auf Augenhöhe.
Die Taktik lautet: Dräng ihn ins Vorzimmer. Mach ihn zum Bittsteller. Lass ihn Formulare ausfüllen. Behandle ihn wie einen Querulanten. Wenn alle Parteien, von der SPD bis zur CDU, von den Grünen bis zur schweigenden BFG, sich darauf verständigen, dass dieser „Troublemaker“ draußen bleiben muss, dann hoffen sie, ihre Pfründe sichern zu können. Es ist eine Allianzen-Bildung der Angst. Sie merken, dass ihnen die Themen entgleiten. Sie sehen, dass meine Reichweite in den sozialen Medien oft größer ist als ihre Pressemitteilungen. Sie spüren, dass die Bürger meine direkte Art honorieren, während sie ihre weichgespülten Phrasen satt haben. Und anstatt sich dem Wettbewerb der Ideen zu stellen, versuchen sie, den Wettbewerb administrativ zu verhindern. Tragisch!
6. Der harte Schnitt und der Blick nach vorn
Und ich spiele es nicht mehr mit. Am 30. Januar habe ich die Reißleine gezogen. Ich werde keine Einzelgespräche führen, um die Vergangenheit zu bewältigen. Ich lasse mich nicht in sechs verschiedene Hinterzimmer zerren, damit jeder mir dort seine Version der Wahrheit erzählen kann. Das Thema „Aufarbeitung“ ist durch. Sie wollten nicht gemeinsam reden, also reden wir nicht mehr.
Das ist jedoch kein Rückzug. Im Gegenteil: Meine Hand bleibt ausgestreckt für jeden Mandatsträger, dem das Wohl Geesthachts wichtiger ist als die Parteiräson. Doch eines muss klar sein: Ich biete einen neuen Stil des Miteinanders an. Lassen Sie uns Gespräche so führen, dass Vertrauen wachsen kann, durch radikale Offenheit statt durch Absprachen hinter verschlossenen Türen. Politik funktioniert nur mit den Menschen, nicht über ihre Köpfe hinweg. Wer diesen Weg der Transparenz mitgehen will, findet in mir einen fairen Partner.
Aber machen wir uns nichts vor: Die Zukunft gehört nicht den Parteizentralen allein. Am Ende entscheidest du als Bürger. Und wenn jemand auftritt, der dich konsequent einbindet und das Gemeinwohl über taktische Spielchen stellt, dann entsteht Unruhe bei den Etablierten. Denn der größte Feind verkrusteter Strukturen ist eine Politik, die den Bürger wieder zum Chef macht.
Noch etwas in eigener Sache
Mir ist vollkommen bewusst, welche Paranoia hinter den verschlossenen Türen der Fraktionszimmer herrscht. Es hat sich dort ein grotesker Mechanismus der „Kontaktschuld“ etabliert: Wer mit Erdal Torun spricht, macht sich im eigenen Lager verdächtig. Wer von mir öffentlich gelobt wird, bekommt keine Anerkennung für gute Arbeit, sondern muss sich sofort dem absurden Vorwurf erwehren, er würde politisch „mit mir im Bett liegen“. Und wer mich nicht kritisiert, verfängt sich ebenso. Eine recht wilde Art, Demokratie zu leben, oder?
Ich bitte alle Beteiligten, einmal kurz innezuhalten und die Schizophrenie dieser Haltung zu erkennen: Sie haben sich in eine Lage manövriert, in der man es Ihnen schlicht nicht recht machen kann. Es ist ein Zirkelschluss der Angst. Sie pflegen die kollektive Ausgrenzung eines einzelnen Bürgers mit einer Disziplin, die man sich bei der Sacharbeit für Geesthacht wünschen würde, und das alles nur aus der panischen Furcht heraus, dass hinter meinem Angebot am Ende gar keine Falle steckt, sondern schlicht der Wunsch nach einem guten, konstruktiven Gespräch.
Wenn Sie weiterhin mehr Energie darauf verwenden, Mauern gegen andere zu zementieren, anstatt Brücken zu den Bürgern zu schlagen, wird die Gesellschaft Sie dafür an der Wahlurne gnadenlos abstrafen.
Häufige Fragen (FAQ)
Wissen kompakt:Die wichtigsten Kernfragen zur Debatte um den Runden Tisch und den politischen Dialog in Geesthacht.