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Vision trifft Herz: Wie Heinrich Haude und Ilse Timm 1998 das digitale Geesthacht erfanden

Eine Zeitreise zu den Wurzeln von Geesthacht.net. Schon vor fast 30 Jahren legten Heinrich Haude und Ilse Timm den Grundstein für die heutige Domain – für den guten Zweck.

Erdal Torun
4 Min. Lesezeit
Ilse Timm und Heinrich Haude Geesthacht

Ich habe mir vor ein paar Monaten die Domain geesthacht.net gesichert. Gestern saß ich dann zu Hause und wollte wissen, auf welchem Fundament ich da eigentlich stehe. Wer war vor mir da? Was wurde unter dieser Domain früher gemacht? Also habe ich die "Wayback Machine" angeworfen, den Zeitregler auf das Jahr 1998 gedreht und Enter gedrückt. Was ich gefunden habe, ist kein alter digitaler Müll, sondern ein Stück Geesthachter Stolz, der mich mit offenem Mund vor dem PC sitzen ließ.

Die Domain unter www.geesthacht.net war damals das Zuhause von „Geesthacht am Netz“. Hinter dieser technologischen Offensive steckte Heinrich Haude vom Geesthachter Internet-Service. Es war seine Vision, die lokale Wirtschaft online zu bringen und gleichzeitig der Arbeit von Ilse Timm eine massive Bühne zu geben.

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1. Die Visionäre von 1998

Das Prinzip von Haude und Timm war so simpel wie effektiv: Unternehmen zahlten 100 Mark für eine Web-Präsenz. Aber das Geld versickerte nicht in Verwaltungskosten. Von jedem einzelnen Beitrag gingen direkt 25 Mark an eine Frau, die schon damals den Unterschied machte: Ilse Timm.

Original-Dokument: Geesthacht am Netz 1998

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2. Ilse Timm: Der Beweis von 1998

Das Dokument aus dem Archiv zeigt schwarz auf weiß: Ilse Timm und Heinrich Haude waren schon Vorreiter, als andere noch nicht mal wussten, wie man „Internet“ schreibt. Sie nutzten die Plattform konsequent für das Fundraising. Die Bilanz im Jahr 1998, vor fast 30 Jahren: Über 1 Million D-Mark Spenden für schwerkranke Kinder kamen so über die Jahre zusammen.

Dafür erhielt Ilse Timm den Heinrich-Zille-Preis, nicht für warme Worte, sondern für harte Arbeit. Wisst ihr, ich liebe das Internet, aber ich liebe es mehr, Visionäre wie Haude zu sehen, die Dinge gemacht haben, auf denen heute das Internet fußt. Fundraising 1998, das muss man erst mal sacken lassen! Was für eine grandiose Idee zu dieser Zeit!

Zeitungsartikel 1998: Spenden für schwerkranke Kinder

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3. Die Pioniere des Netzwerks

Hier sind die Pioniere, die damals das Rückgrat der Stadt bildeten und dieses Netzwerk stützten:

Historische Liste Handwerk & Technik

Otto Reimers Metallbauschlosserei GmbH, Heizungs- Sanitärtechnik Christiansen, Karosseriebau Volker Heiden, Bosch Dienst Virchow, Malermeister Wachowitz GmbH, Zimmerei Hans-Joachim Krey, Sanierungsservice Stefan Klipper, Alldecor GmbH, Peter Mesterknecht – Sanitär & Heizung.

Historische Liste KFZ & Mobilität

Autohaus Kellinghusen, Reifen Auto Service Holert, KFZ-Handel Maurer und Andrä, BP-Tankstelle Richter, Reisemobile Rohmann, Neue & Gebrauchte KFZ-Teile G. Becker, Janusch – Autoteile, Kfz-Handel Thomas Meyer, Kfz-Sachverständiger Helmut Wegner.

Historische Liste Dienstleistung & Handel

Wach- und Sicherheitsdienst Wolfgang Pünjer, Augenoptik Grümmer, Profi-Foto Lippka, Fahrschule Hapke, Fahrschule Hönsch, Blumen Kietzke, Dacom GmbH, Bastlerbedarf Geesthacht, R.J. Werbetechnik, Geesthachter Immobilienbüro Heidrun Holert, Dieter Kazmierczak Büro-Service, Egon Pötzsch – Kleintransporte, Spedition Heino Kruse, Chauffeurservice-Hamburg, Supernova-Lighting, Bodo Zehnder, Peters kleiner Möbelladen.

Historische Liste Gastronomie & Freizeit

Landhaus Tesperhude, Café Boulevard, Grill-Restaurant Am Moor, Fährhaus Zicht, Relax Der Sonnentreff, Güdl's Grill, Marina's Reitertruhe.

4. Ein ganz persönliches Fundstück: Das Bayrisch Eck

Ganz besonders hat mich ein Fundstück erwischt: Imbiß Bayrisch Eck. Das war der Laden meiner Mama, Heidi Torun, in der Düneberger Straße 118. Dort stand sie, Frühstück ab 6 Uhr, immer für die Leute da. Dass meine eigene Mutter Teil dieser visionären Truppe um Heinrich Haude war und mit ihrer Anzeige direkt dabei geholfen hat, dass Ilse Timm schwerkranken Kindern helfen konnte, macht mich stolz.

Anzeige Bayrisch Eck Geesthacht – Ein Stück Familiengeschichte Bayrisch Eck Geesthacht Anzeige

Man muss das klar benennen: Ilse Timm ist die Gründerin des Vereins „Hilfe für das schwerkranke Kind e.V.“. Sie leitet das Schiff nicht nur seit 1987, sie hat es gebaut. Der damalige Bürgermeister Peter Walter nannte sie ein „Phänomen“, mein Fund im Archiv beweist: Er hatte mehr als recht.

Ilse Timm: Eine Institution

Ich erzähle das nicht aus Nostalgie. Ich erzähle das, weil Ilse Timm immer noch da ist. Sie ruht sich nicht auf ihren Lorbeeren aus. Heute, im Jahr 2026, ist sie aktiv im Seniorenbeirat und bringt ihre Erfahrung im Frauenbeirat der Stadt ein.

Ilse Timm ist keine Phase. Sie ist eine Institution. Wer wissen will, ob jemand auch in Zukunft liefert, muss nur schauen, was sie in der Vergangenheit geleistet hat.

Mein höchster Respekt an diese Frau und an Pioniere wie Heinrich Haude, die damals den Grundstein für dieses Netzwerk auf meiner heutigen Domain gelegt haben.

Häufige Fragen (FAQ)

Wissen kompakt:

Die wichtigsten Hintergründe zu den digitalen Pionieren und dem Fundraising 1998.

Wer hatte die Idee zu "Geesthacht am Netz"?
Heinrich Haude vom Geesthachter Internet-Service entwickelte das Konzept, um die lokale Wirtschaft online zu bringen und gleichzeitig Spenden zu sammeln.
Wie funktionierte das Spendenmodell genau?
Unternehmen zahlten 100 Mark für eine Web-Präsenz. Davon gingen 25 Mark direkt und ohne Abzüge an Ilse Timm für ihre Hilfsprojekte.
Wie viel Geld kam dabei zusammen?
Bis 1998 wurden über 1 Million D-Mark an Spenden für schwerkranke Kinder gesammelt.
Was verbindet den Autor mit der Geschichte?
Seine Mutter, Heidi Torun, betrieb das "Bayrisch Eck" und unterstützte mit ihrer Anzeige das Projekt von Heinrich Haude und Ilse Timm.
Was macht Ilse Timm heute?
Die ursprüngliche Webseite existiert nicht mehr, aber Ilse Timm ist weiterhin aktiv, heute unter anderem im Senioren- und Frauenbeirat der Stadt Geesthacht.