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Gesundheit & Versorgung

Krankenhaus Geesthacht: Umfassende Neustrukturierung der internistischen Notfallversorgung

Im Zuge der aktuellen Krankenhausreform hat sich das Krankenhaus Geesthacht neu ausgerichtet. Ein zentraler Baustein ist die Eröffnung der INA.

4 Min. Lesezeit
Bild der neuen Internistischen Aufnahme

Im Zuge der aktuellen Krankenhausreform hat sich das Krankenhaus Geesthacht neu ausgerichtet. Ein zentraler Baustein dieser Entwicklung unter der neuen Dachmarke „Vitalcampus Geesthacht“ ist die Eröffnung der Internistischen Aufnahme (INA) zum 15. April 2026. Damit stehen die Rahmenbedingungen für die medizinische Versorgung von Notfällen in der Region nun fest.

Zwei Wege in die Versorgung: Rettungsdienst und Selbsteinweiser

Die Struktur der Notfallaufnahme wurde klar definiert, um eine effiziente Patientensteuerung zu gewährleisten:

  • Versorgung über den Rettungsdienst (24/7): Das Krankenhaus ist für Zuweisungen durch den Rettungsdienst täglich 24 Stunden am Tag erreichbar. In der Fachsprache der Leitstellen ist die Klinik „abfahrbar“, da die Patientenzuweisungscodes für die Aufnahmebasis internistischer Fälle im System hinterlegt sind. Rettungswagen können das Haus somit rund um die Uhr als Ziel ansteuern.
  • Zugang für Selbsteinweiser (8:00 bis 16:00 Uhr): Patienten, die medizinisch stabil sind und eigenständig Hilfe suchen, können die Klinik in diesem Tageszeitfenster direkt anlaufen.

Das medizinische Leistungsspektrum der INA

Die Internistische Aufnahme konzentriert sich vollumfänglich auf basisinternistische Erkrankungsbilder. Eine strikte Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass die Patienten keinen intensivmedizinischen Betreuungsbedarf haben. Kurzfristige stationäre Aufnahmen sind für folgende Erkrankungen möglich:

Herz- und Kreislauferkrankungen (Kardiologie):

  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Entzündliche Herzerkrankungen
  • Synkopendiagnostik (Abklärung von Ohnmachtsanfällen)

Lungenerkrankungen (Pulmonologie):

  • Lungenentzündung (Pneumonie), sofern keine respiratorische Insuffizienz (Atemversagen) vorliegt
  • Leicht- bis mittelgradige Verschlechterungen einer COPD (Exazerbation)

Stoffwechsel- und Allgemeinerkrankungen:

  • Austrocknung (Exsikkose) und Elektrolytstörungen
  • Diabetesentgleisungen, sofern keine lebensbedrohliche Ketoazidose besteht
  • Blutarmut (Anämie)

Nieren- und Infektionskrankheiten:

  • Chronische Niereninsuffizienz sowie die akute Verschlechterung der Nierenfunktion (ohne Dialysebedarf)
  • Harnwegsinfektionen
  • Infektionen der Haut und Weichteile

Umfassende Diagnostik und Therapie vor Ort

Um diese Krankheitsbilder fundiert behandeln zu können, hält das Krankenhaus ein breites Spektrum an Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten bereit:

Apparative Diagnostik und Bildgebung:

  • Kardiologie: Ruhe-EKG, Langzeit-EKG und Langzeit-Blutdruckmessung. Zudem werden Ultraschalluntersuchungen des Herzens (Echokardiographie) sowohl von außen durch den Brustkorb als auch über die Speiseröhre (Schluckecho) angeboten.
  • Bildgebung: Für die radiologische Abklärung stehen Röntgen und Computertomographie (CT) zur Verfügung.
  • Lunge: Überprüfung der Lungenfunktion mittels Spirometrie.

Ultraschall und Eingriffe (Interventionen):

  • Neben dem konventionellen Ultraschall von Schilddrüse, Bauchraum (Abdomen), Rippenfell (Pleura), Lymphknoten und peripheren Gefäßen kommt auch Kontrastmittelsonographie, etwa zur Leberdiagnostik, zum Einsatz.
  • Interventionell werden ultraschallgesteuerte Punktionen (z.B. Leber, Pleura) durchgeführt und Drainagen gelegt oder versorgt.
  • Endoskopie: Das Angebot umfasst diagnostische Magen- und Darmspiegelungen (Ösophagogastroduodenoskopie und Koloskopie) sowie die Anlage, den Wechsel und die Entfernung von enteralen Ernährungssonden (z. B. PEG).

Therapeutische Maßnahmen:

  • Das therapeutische Spektrum umfasst unter anderem gezielte Infusions- und Antibiotikatherapien.
  • Zudem erfolgt die medikamentöse Einstellung, insbesondere unter Berücksichtigung der interdisziplinären Zusammenarbeit bei multimorbiden Patienten (Menschen mit mehreren Vorerkrankungen).

Strategische Neuausrichtung

Diese Änderungen sind Teil einer Neuausrichtung im Zuge der aktuellen Krankenhausreform. Das Krankenhaus Geesthacht agiert künftig unter der Marke „Vitalcampus“, die Krankenhaus, Seniorenzentrum und Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) bündelt. Ziel ist es, eine verlässliche stationäre Grundversorgung für die Region Geesthacht und die umliegenden Kreise zu gewährleisten.