Angefangen hat das Ganze mit einer schlichten Frage. Ich hatte Sascha Franke vor einiger Zeit angesprochen und gefragt, ob er nicht mal wieder eine R&B- und 90er-Party in Geesthacht auf die Beine stellen könne. Der Grund war banal und trotzdem bezeichnend: So etwas hat es hier über Jahre schlicht nicht mehr gegeben. Wer in dieser Musikrichtung feiern wollte, ist nach Hamburg oder Lüneburg gefahren. Am 31. Juli ist aus der Frage eine Veranstaltung geworden. Und zwar eine, die funktioniert hat.
Der Ort macht die halbe Miete
Der Beachclub am Elbufer ist für ein Format wie dieses fast konkurrenzlos. Man steht im Sand, hat den Strom vor sich, die Sonne stand an diesem Freitag so, wie man sie sich für einen Sommerabend bestellt hätte. Dazu die Beachvolleyballfelder direkt nebenan, an denen den ganzen Nachmittag über gespielt wurde, nicht als Programmpunkt, sondern einfach, weil es sich anbot.
Man muss das nicht überhöhen. Aber wer schon einmal versucht hat, in einer Mehrzweckhalle mit Neonlicht Sommerstimmung zu erzeugen, weiß den Unterschied zu schätzen.
Musik, die alle mitnimmt
Der Live-DJ hat den Abend über eine Mischung gefahren, die genau das getan hat, was sie tun sollte: Sie hat niemanden ausgeschlossen. R&B und 90er sind musikalisch ein dankbarer Bereich, weil er generationenübergreifend funktioniert. Die Vierzig- und Fünfzigjährigen kennen die Stücke aus ihrer eigenen Jugend, die Jüngeren kennen sie aus Samples, Remixen und TikTok.
Das Ergebnis war ein Publikum, wie man es auf lokalen Veranstaltungen selten so gemischt sieht. Junge Leute, Paare mittleren Alters, ältere Gäste, und Familien mit Kindern, die Abends im Sand gespielt haben, während die Musik lief. Niemand wirkte fehl am Platz.
Organisation ohne Reibungsverluste
Was auffiel: Es hat funktioniert. Getränke und Essen, die Cocktailkarte war für einen Beachclub überdurchschnittlich, es gab keine erkennbaren Engpässe, keine Warteschlangen, die den Abend ausgebremst hätten, keine Situation, die aus dem Ruder gelaufen wäre. Auch das Miteinander stimmte, die Stimmung war durchgehend entspannt.
Organisation ist der Teil einer Veranstaltung, den niemand bemerkt, wenn er gut gemacht ist. Genau deshalb gehört er hier erwähnt. Sascha Franke und das Team vor Ort haben sauber gearbeitet.
Was das über Geesthacht sagt
Es ist keine große These, aber sie hält: Diese Stadt hat Orte und sie hat Menschen, die kommen. Was zu selten passiert, ist der Schritt dazwischen, dass jemand ein Format anpackt und durchzieht.
Der 31. Juli war der Beweis, dass die Nachfrage da ist. Es brauchte keine sechsstellige Förderung, keinen Arbeitskreis und keine mehrjährige Machbarkeitsstudie. Es brauchte einen Veranstalter, einen DJ, einen Strand und schönes Wetter.
Für die Wiederholung im nächsten Sommer gibt es damit eigentlich nur noch ein Argument dagegen: dass niemand fragt.
Also frage ich hiermit schon mal für 2027.