Wer ist Bürgermeister von Geesthacht? Amtsinhaber ist Olaf Schulze (SPD), im Amt seit dem 6. Februar 2016. Seine zweite Amtszeit endet Anfang Februar 2028. Der nächste Bürgermeister wird 2027 direkt gewählt, ein amtlicher Wahltermin steht noch nicht fest. Drei Bewerbungen sind bereits öffentlich, auch Schulze hat im August 2026 angekündigt, erneut anzutreten.
Das Amt in Zahlen
- Amtsinhaber: Olaf Schulze (SPD), seit Februar 2016
- Amtszeit: 6 Jahre, die laufende Amtszeit endet Anfang Februar 2028
- Stadt: rund 34.000 Einwohner, größte Stadt im Kreis Herzogtum Lauenburg
- Verwaltung: Haushaltsvolumen rund 109,6 Millionen Euro (2026)
- Rathaus: Markt 15, 21502 Geesthacht, Telefon 04152 13-0
Der Bürgermeister von Geesthacht ist hauptamtlicher Chef der Stadtverwaltung und wird von den Bürgerinnen und Bürgern direkt gewählt. Damit ist es das am stärksten direkt legitimierte Amt der Stadt. Was das Amt konkret umfasst, wer es heute führt und wer es ab 2028 führen will: Auf diesen Seiten steht alles Wichtige, von den Kandidaten der Wahl 2027 über den Wahltermin bis zu den Ergebnissen früherer Wahlen.
Geesthacht in Zahlen
Wer über das Amt spricht, sollte die Stadt kennen, um die es geht. Geesthacht ist mit rund 34.000 Einwohnern die größte Stadt im Kreis Herzogtum Lauenburg, liegt direkt an der Elbe und gehört zur Metropolregion Hamburg. Die Stadtrechte bestehen seit 1924, das 100-jährige Jubiläum wurde 2024 gefeiert. Für den Bürgermeister bedeutet diese Lage einen doppelten Spagat: Die Stadt wächst im Sog Hamburgs, muss ihre Aufgaben aber mit den Mitteln einer Mittelstadt im Kreis Herzogtum Lauenburg stemmen.
Die Finanzlage setzt dabei den Rahmen für fast jede politische Entscheidung. Der Haushalt 2026 umfasst Gesamtaufwendungen von rund 109,6 Millionen Euro, dem steht ein strukturelles Defizit von rund 16,7 Millionen Euro gegenüber. Die Stadt gibt also dauerhaft deutlich mehr aus, als sie einnimmt. So verteilen sich die Aufwendungen:
Rund 74 Prozent des Haushalts sind fest gebunden, etwa durch Umlagen, Pflichtaufgaben und laufende Verpflichtungen. Der Spielraum für eigene Akzente ist entsprechend klein. Wer 2027 gewählt wird, übernimmt also kein volles Portemonnaie, sondern die Aufgabe, mit knappen Mitteln Prioritäten zu setzen. Die Hintergründe zur Finanzlage: Nachtragshaushalt 2025: Geesthachts Kassensturz.
Die Themen, die das Rathaus beschäftigen
Gesundheitsversorgung: Am 18. Dezember 2025 vergab der Gläubigerausschuss das Geesthachter Krankenhaus an den Privatinvestor CTP. Seit März 2026 sind die Zentrale Notaufnahme und die Geburtsstation geschlossen. Der Rettungsdienst ist Aufgabe des Kreises, doch die Frage, wie die Notfallversorgung vor Ort weitergeht, beschäftigt die Stadt intensiv. Mehr dazu: Krankenhaus Geesthacht und die Notfallversorgung.
Verkehr: B5 und B404 sind überlastet, viele Geesthachter erleben das täglich im Berufsverkehr. Die Ortsumgehung ist planfestgestellt, die Umsetzung wird aber noch dauern. Dazu läuft die Debatte um eine Schienenanbindung der Stadt.
Finanzen im Alltag: Das strukturelle Defizit ist keine abstrakte Zahl, es prägt konkrete Entscheidungen im Stadtalltag. Ein Beispiel aus der Berichterstattung: Kita-Essengeld in Geesthacht.
Warum die Wahl 2027 besonders wird
Die kommende Wahl bringt die erste echte Auswahl zwischen mehreren Bewerbern seit 2015. Zur Einordnung: Am 8. November 2015 setzte sich Olaf Schulze mit 60,0 Prozent gegen Karsten Steffen (CDU) durch. Bei der Wiederwahl am 8. August 2021 war Schulze der einzige Bewerber, unterstützt von SPD, Grünen und FDP, und wurde mit 90,2 Prozent bestätigt. Eine Entscheidung zwischen verschiedenen Personen und Konzepten gab es an der Wahlurne also seit über einem Jahrzehnt nicht.
Für 2027 zeichnet sich ein Dreikampf ab. Öffentlich sind drei Bewerbungen: Amtsinhaber Olaf Schulze hat im August 2026 angekündigt, für eine dritte Amtszeit anzutreten, Jan Hartmann wurde von der Wählergemeinschaft Bürger für Geesthacht (BfG) nominiert, dazu kommt eine parteilose Einzelbewerbung (erdaltorun.de). Eine Einordnung der Ausgangslage gibt es im Artikel Bürgermeisterwahl Geesthacht 2027 (Kommentar).
Auch die Rahmenbedingungen sind bemerkenswert. Der Wahltermin ist noch nicht amtlich festgesetzt, der Gemeindewahlausschuss wurde aber bereits im Juni 2026 bestellt, die Vorbereitungen laufen also. 2027 wird in Schleswig-Holstein zudem der Landtag gewählt, ob beide Wahlen zusammengelegt werden, ist offen. Und 2028 folgt schon die nächste Kommunalwahl. Alle bekannten Anhaltspunkte zum Termin: Wann ist die Wahl?
- Direktwahl: Die Geesthachterinnen und Geesthachter wählen den Bürgermeister selbst, nicht die Ratsversammlung.
- Mehrheit: Nötig sind mehr als 50 Prozent der Stimmen. Erreicht das niemand, gibt es eine Stichwahl der beiden Besten, in der Regel zwei Wochen später.
- Ein Bewerber: Tritt nur eine Person an, wird mit Ja oder Nein abgestimmt.
- Wahlrecht: ab 16 Jahren, deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit, Wohnsitz in Geesthacht.
Ein Thema verdient dabei besondere Aufmerksamkeit: die Wahlbeteiligung. Bei einer früheren Direktwahl lag sie nur bei rund 30 Prozent. Je mehr Menschen mitentscheiden, desto stärker ist das Mandat des künftigen Bürgermeisters. Wie die Wahl im Detail abläuft, steht unter So funktioniert die Wahl, wer schon einmal im Rathaus regiert hat, unter Alle Bürgermeister seit 1946. Wer die Entwicklung der politischen Kräfteverhältnisse in Geesthacht nachvollziehen will, findet sie in der Datenanalyse Gemeindewahlen in Geesthacht 2003 bis 2028.
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