Erdal Torun. Geesthacht. Das ist mein Wohnort, und der Grund für Geesthacht.net
Die mediale Realität hier ist fast zahnlos. Geesthacht hat eine Lokalzeitung, die oft das abdruckt, was ihr aus den Pressestellen mundgerecht serviert wird. Wir haben so manche Politiker und Führungskräfte, die Transparenz als lästigen Störfaktor betrachten. Auf der anderen Seite stehen Bürgerinnen und Bürger, die genau wissen wollen, was hinter verschlossenen Türen passiert, anstatt sich mit offiziellen PR-Mitteilungen abspeisen zu lassen.
Geesthacht.net ist meine kleine Antwort auf dieses demokratische Defizit.
Ein kompromissloses Einzelprojekt, recherchiert, analysiert und publiziert von einer einzigen Person. Keine Redaktionskonferenzen, die Kanten abschleifen. Keine Anzeigenkunden, die man schonen muss. Keine Rücksicht darauf, ob ich im nächsten Jahr noch zur Party eingeladen werde.
Das Ziel ist nicht blinder Krawall. Auch wenn der manchmal nicht ausbleibt, aber davor muss man sich nicht verstecken. Unruhe bringt Veränderung, und Veränderung ist positiv, wenn man das Rückgrat hat, sie durchzustehen. Das Ziel ist Klarheit. Unangenehme Wahrheiten, manchmal Lustiges, manchmal schlicht Verrücktes. Die Zustände so, wie sie sind. Hart an den Fakten, ohne Weichzeichner, ohne diplomatische Floskeln.
Über richtige Themen nicht sprechen, weil es den Falschen nützen könnte, das ist die Wagenburg-Strategie der Linken, seit Jahren. Themen aussitzen, Debatten verweigern, unbequeme Realitäten ignorieren, weil die eigene Blase wichtiger ist als die Wahrheit. Natürlich, denn Kritik und Realität sind heute rechts. Das Ergebnis kennen wir. Die Themen, über die man nicht sprechen wollte, haben andere übernommen. Die Wähler gleich mit. Selbst schuld.
Ich mache Fehler. Hier, auf dieser Seite, und im echten Leben. Ich bin kein besserer Mensch, kein unfehlbarer Aktivist, kein Heiliger. Aber ich stehe zu dem, was ich tue. Und ein ehrlicher Fehler ist mir tausendmal lieber als das perfekte, wohltemperierte Schweigen derer, die nichts riskieren wollen.
Ich vermisse die Zeit, in der ich noch nicht wusste, wie viele wegschauen und Angst haben, wenn es ernst wird. Wenn du heute nicht wütend, besorgt oder erschüttert bist über die Umstände die herrschen, dann passt du schlicht nicht auf. Nicht aufzupassen ist ein Privileg, ich freue mich für dich, wirklich. Es ist das Privileg derer, die glauben, dass sie nie betroffen sind, weil es ihnen jetzt gerade gut geht. Aber dein Schweigen ist nicht neutral. Es ist laut. Es beeinflusst, wie wir alle leben!
Es ist nie zu spät für Haltung. Du kannst jederzeit sagen: „Das geht zu weit, das unterstütze ich nicht mehr." Der beste Zeitpunkt für diese Einsicht war gestern. Der zweitbeste ist jetzt.
Wer heute schweigt, wird morgen von den Umständen regiert, die er durch sein Schweigen gewähren lässt. Und wenn nicht du darunter leidest, dann deine Kinder oder Enkel. Das garantiere ich dir.
Es geht um grundlegende menschliche Anständigkeit, seinen Verstand zu nutzen und auszusprechen, was nicht mehr akzeptabel ist.
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