Geplant waren 270.000 Euro, bezahlt werden 670.000. Die Differenz kommt aus dem Topf für die Bushaltestellen. Ein Ortstermin.
270.000 Euro waren geplant. Bezahlt werden am Ende 670.000. Die Differenz von 400.000 Euro hat die Ratsversammlung am 8. Mai 2026 überplanmäßig bewilligt, genommen aus dem Geld, das für die Umgestaltung der Bushaltestellen vorgesehen war. Ich habe mir angesehen, was dafür entstanden ist.
Was der Grüne Balkon kostet
Die Gesamtkosten liegen bei 670.000 Euro. Davon entfallen 590.000 Euro auf die Parkanlage selbst und 80.000 Euro auf die Anpassung angrenzender städtischer Flächen. Ursprünglich standen 270.000 Euro im Raum.
Absehbar war der Sprung längst. Bereits im Januar 2025 lag eine Kostenberechnung über 451.107 Euro vor. In den Haushalt 2026 kam sie nicht, laut Verwaltung wegen Personalmangels im Fachdienst Tiefbau.
- Gesamtkosten: 670.000 Euro
- davon Parkanlage: 590.000 Euro
- davon Anpassung städtischer Flächen: 80.000 Euro
- ursprünglich geplant: 270.000 Euro
- überplanmäßig bewilligt am 8. Mai 2026: 400.000 Euro
- Bepflanzung laut Kostenberechnung vom Januar 2025: 30.107 Euro
Woher das Geld kommt
Gedeckt wird der Mehrbedarf aus der Haushaltsstelle 541010.095013, Umgestaltung Bushaltestellen. Dort lagen 750.000 Euro, von denen ein Teil bereits gebunden war. Für eine neue Haltestellenplanung im Jahr 2026 bleibt danach nichts übrig.
Beschlossen hat das die Ratsversammlung am 8. Mai 2026 mit 17 Ja-Stimmen, 8 Nein-Stimmen und einer Enthaltung, Vorlage VO-26/3693-3. Ein Änderungsantrag der Grünen, den Betrag anders zu decken, wurde mit 5 zu 18 Stimmen bei 3 Enthaltungen abgelehnt.
Damit kein falscher Eindruck entsteht:
Der Ausbau des Schulzentrums verschiebt sich nicht wegen des Grünen Balkons auf 2027. Grund ist laut Prioritätenliste Tiefbau, Vorlage VO-26/3671, die Förderfähigkeit. Im Jahr 2026 werden drei Haltestellen aus dem Auftrag von 2025 gebaut, dazu die Baustraße stadteinwärts, die zu Westhafen II gehört.
Was in den Unterlagen auffällt
Die Beleuchtung war mit 28.800 Euro netto geplant. Angeboten wurde sie für rund 53.000 Euro netto, ein Aufschlag von 84 Prozent.
Die Prioritätenliste vom 13. April 2026 nennt 300.000 Euro als gebunden, die Ratsvorlage vom 8. Mai 2026 nennt 350.000 Euro. Welche Zahl stimmt, geht aus den Unterlagen nicht hervor.
Bauherr ist der Investor BUNTE auf Grundlage des Erschließungsvertrags von 2022. Bezahlt und unterhalten wird die Anlage von der Stadt.
Zu einem Projekt dieser Größenordnung hat die Stadt keine einzige Pressemitteilung veröffentlicht. In 252 Mitteilungen kommt der Grüne Balkon nicht vor.
Der Vergleich, der sich aufdrängt
Private Schottergärten sind in Schleswig-Holstein nach der Landesbauordnung unzulässig. Juristisch trägt der Vergleich nicht, denn die Vorschrift betrifft die unbebauten Flächen bebauter Privatgrundstücke, nicht eine städtische Parkanlage. Als Bild bleibt er trotzdem hängen, wenn von 670.000 Euro der weit überwiegende Teil in Stein und Beton fließt und die Bepflanzung nach der Kostenberechnung vom Januar 2025 bei 30.107 Euro liegt.
Die Anlage ist noch nicht fertig, Freiflächen für Bäume und Pflanzen sind vorgesehen. Der Einwand steht deshalb nicht am fehlenden Bewuchs. Er steht am Verhältnis der Summen.
Transkript
Ich möchte euch mal zeigen, wie in Geesthacht der Grüne Balkon aussieht. Zuletzt wurden 400.000 Euro sozusagen zweckentfremdet, um den Grünen Balkon zu bauen. Im Ganzen 670.000 Euro, wenn mich nicht alles täuscht.
Nun stehe ich vor dem Grünen Balkon. Man muss gestehen, er ist noch nicht ganz fertig, es sind ein paar Freiflächen für Bäume und Pflanzen vorgesehen. Im Ganzen 30.000 Euro. Die restlichen rund 640.000 Euro sind wohl für den Bau draufgegangen.
So sieht der Grüne Balkon aus. Wie ein großer Marketing-Gag. Weil das ist ein Witz.